Wie alles begann…

Nachdem das Renkenfischen in den 70er Jahren immer mehr an Popularität gewann, machten sich der damalige Bürgermeister von Seeboden, Dr. Kurt Ertl, Rainer Zebedin von der Millstätter See Touristik und Fred Gruber Gedanken über eine Fischveranstaltung, um die Saison zu verlängern und zusätzlich Betten im Oktober zu füllen.
Nach vielen Gesprächen mit den „Fischerverantwortlichen“ am See kam man zum Entschluss, zusätzlich zu den auswärtigen Hobbyfischern auch die einheimischen Petrijünger einzuladen. Schon damals wusste man, dass eine Veranstaltung nur erfolgreich abgewickelt werden kann, wenn man die Bevölkerung vor Ort mit einbezieht. Anschließend gab es auch Gespräche mit dem Tierschutz und dann wurde die Veranstaltung „Angeln um die Kristall-Renke vom Millstätter See“ getauft.

Der Aufhänger für die Veranstaltung war das Fischen mit der Hegene. Es war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht sehr verbreitet und man suchte Partner, Ausrüster und Sponsoren, die diese Veranstaltung mit unterstützen. Das Angeln mit der Hegene, bestehend aus 5 Haken (ähnlich wie beim Paternosterfischen) mit verschiedenen Hakengrößen und Hakenformen sowie verschiedenen mit unter anderem Bindeseide gebundene Haken wird heute noch in derselben Art gepflogen . Von vielen Fischern erhielt man nur ein verwundertes Kopfschütteln zu dieser „Fischtechnik“. Fred Gruber hatte auch viele Bekanntschaften in der Schweiz. Diese Fischerfreunde haben sich mit dieser Art des Fischens angefreundet und die Schweizer Spezialisten haben das Renkenzupfen am Millstätter See verbreitet.

Mit diesen Vorinformationen hat man den damaligen Obmann des Fischereiverbandes Friedrich Koller (Bürgermeister der Gemeinde Millstatt) eingebunden. Er war für diese Veranstaltung sofort zu haben und somit wurde die erste Veranstaltung mit dem Team der Kurverwaltung in Seeboden, einigen privaten Seelehensbesitzern und Angelgeräteerzeuger durchgeführt. Auch schon damals wurde ein Prospekt zur Verbreitung der Veranstaltung gedruckt. Zum ersten Mal wurde die Kristall-Renke im Jahr 1995 ausgetragen. Die Werbung wurde von unseren ersten Sponsor Silstar übernommen und bei all seinen Verkaufsständen aufgelegt. Man bemühte sich auch um eine Adressenliste aller Fischer und Fischereivereine. Letztere übernahmen dann in Folge die Abmessstationen.

Die Kristall-Renke vom Millstätter See war eine der ersten Hegene-Veranstaltung zum Renkenfischen im gesamten europäischen Raum. Die Austragung der ersten Fischveranstaltung war durchaus ein Erfolg. Bereits im Jahr 1995 haben über 100 Fischer an diesem Event teilgenommen und zu Hause davon berichtet. Dies führte zu einem jährlichen Zuwachs der Teilnehmer.

Punkten konnte man auch durch das umfangreiche Wochenprogramm. Unter anderem wurden Hegene-Bindekurse, Lichtbildervorträge und Einweisungen in das fremde Fischgewässer angeboten.

Die ersten zehn Jahre (1996 bis 2006) waren gekennzeichnet von großen Ausfängen in Quantität und Qualität. Von 1996 bis 2003 gab es – mit einer Ausnahme – nur Sieger-Renken jenseits der 50 cm. Erst 2010 und 2011 konnten wieder Renken über 50 cm gefangen werden.

Der größte Fang im Wettbewerb der Gästefischer glückte 1996 Heinrich „Heini“ Stöcklinger aus Zell am See mit einer 59,5 cm Renke. Aber auch die 57,2 cm Renke des Thomas Seidler aus Seeshaupt (Sieger 2001) kann sich sehen lassen.

Immer wieder eine Besonderheit sind die Fischertreffen beim Winkler Hans vlg. Haifisch-Wirt in Seeboden, wo sich die Fischergruppen aus Zell am See, Thalgau, Seeshaupt, Oberösterreich, die St. Wolfganger oder die Renkenzupfer bestens unterhalten. „Früh auf, spät nieder“ bleibt nicht nur der Name einer Fischertruppe.

Durch die konstante Qualität der Veranstaltung findet der Event auch heute noch nach 20 Jahren jährlich über den Zeitraum von 14 Tagen statt. Nach wie vor kommen ca. 250 Teilnehmer aus dem europäischen Raum. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit unseren Sponsoren, Gastronomiebetrieben und weiteren Unterstützern kann diese Veranstaltung über so einen langen Zeitraum ohne größere Zwischenfälle ausgetragen werden. Somit hoffen wir natürlich, dass die nächsten 20 Jahre auch reibungslos ablaufen werden.

Ganz besonders bedanken dürfen wir uns bei:
Rainer Zebedin
Fred Gruber
Alex Barendregt
Hans Winkler
Herbert Ambrosch
u. v. a.

Die Siegerlisten von 1995 bis 2015:
1995    1996    1997    1998    1999    2000    
2001    2002    2003    2004    2005    2006    2007    2008    2009    2010    
2011    2012    2013    2014    2015    2016    2017